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Kopfschutz Veröffentlicht: · Aktualisiert:

Industrieschutzhelme richtig auswählen

Wesentliche Eigenschaften und Normen von Industrieschutzhelmen – einschließlich Passform, kompatiblem Zubehör, Nutzungsdauer und Austausch.

Baufachkräfte prüfen Schutzhelme, Warnkleidung, Sicherheitsstiefel und Auffanggurte
Bauphase, Arbeitshöhe, Maschinenbewegung und Wetter bestimmen gemeinsam das erforderliche Schutzsystem. Abbildung dient der Veranschaulichung.

Industrieschutzhelme auswählen: Norm, Passform und Zubehör als System

Ein Schutzhelm kann die Folgen herabfallender oder umherfliegender Gegenstände erheblich mindern. Wirksam ist er jedoch nur, wenn Helmtyp, Kennzeichnung, Innenausstattung und Zubehör zur Gefährdung und zur tatsächlichen Nutzung passen. Ausgangspunkt ist immer die Gefährdungsbeurteilung – nicht Farbe oder Produktname.

Welche Norm gilt für die Aufgabe?

EN 397Industrieschutzhelme
EN 14052Hochleistungs-Industrieschutzhelme
EN 50365Elektrisch isolierende Helme für Arbeiten an Niederspannungsanlagen
EN 12492Bergsteigerhelme; je nach Tätigkeit können andere Anforderungen als bei EN 397 gelten
EN 812Industrie-Anstoßkappen – kein Ersatz für einen Schutzhelm gegen herabfallende Gegenstände
EN 443Helme für die Brandbekämpfung in Gebäuden und anderen baulichen Anlagen

Augen-, Gesichts- und Gehörschutz unterliegen eigenen Normen, etwa EN 166 beziehungsweise EN ISO 16321 für Augenschutz oder EN 352 für Gehörschutz. Entscheidend ist, dass zugelassenes Zubehör am gewählten Helm sicher befestigt werden kann und sich die Komponenten nicht gegenseitig in Sitz oder Schutzwirkung beeinträchtigen.

Auswahlkriterien im Trageversuch

  1. Größe und Sitz: Die Innenausstattung muss den Helm auch bei Bewegung stabil halten, ohne Druckstellen zu erzeugen.
  2. Arbeitsumgebung: Temperatur, UV-Einwirkung, Chemikalien, elektrische Gefährdung und seitliche Verformung können zusätzliche Kennzeichnungen erforderlich machen.
  3. Belüftung: Belüftete Helme erhöhen häufig den Komfort, sind aber nicht für jede elektrische oder spritzgefährdete Tätigkeit geeignet.
  4. Zubehör: Kinnriemen, Visier, Gehörschutz, Lampe und Nackenschutz müssen als kompatible Kombination geprüft werden.
  5. Sichtbarkeit und Farbkonzept: Farben können Tätigkeiten oder Berechtigungen kenntlich machen; die betriebliche Regel muss eindeutig dokumentiert sein.

Optionale Kennzeichnungen richtig lesen

-20 °C / -30 °CBestandene optionale Prüfung bei sehr niedriger Temperatur.
+150 °CBestandene optionale Prüfung bei sehr hoher Temperatur.
440 V ACBegrenzter Schutz bei kurzzeitigem, unbeabsichtigtem Kontakt mit spannungsführenden Leitern; kein pauschaler Freibrief für Arbeiten unter Spannung.
LDBestandene Prüfung auf seitliche Verformung.
MMBestandene Prüfung gegen Metallspritzer.

Nutzungsdauer und Austausch

Es gibt keine für alle Helme gültige pauschale Lebensdauer. Herstellerangaben, Herstellungsdatum, UV- und Chemikalienexposition, Lagerung sowie sichtbare Beschädigungen sind gemeinsam zu berücksichtigen. Nach einem starken Aufprall ist der Helm auch ohne sichtbaren Schaden nach Herstellerangabe auszusondern. Bohren, Bekleben, Lackieren oder der Einbau nicht freigegebenen Zubehörs kann die Schutzwirkung verändern.

Führen Sie eine dokumentierte Ausgabe mit Modell, Herstellungskennzeichnung, Ausgabedatum, vorgesehenem Austauschdatum und Ereignissen. Prüfen Sie Schale, Innenausstattung und Befestigung vor jeder Benutzung. Weitere Grundlagen zur betrieblichen Umsetzung finden Sie in unserem Beitrag zur Arbeitsschutzunterweisung und PSA.

Im Katalog können Sie Helme und kompatibles Zubehör vorsortieren. Für mehrere Tätigkeiten unterstützen wir Sie mit einem tätigkeitsbezogenen Angebot.

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